Wertschöpfungskette: Alles aus einer Hand

Das Geschäftsmodell der Wolford Gruppe beruht auf der Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette – von Design und Entwicklung über Produktion bis zu weltweiter Omni-Channel-Distribution inklusive eigener Boutiquen. Das macht das Unternehmen in hohem Maße autark und ermöglicht schnelles Reagieren, beispielsweise auf aktuelle Modetrends. In Teilbereichen der Lingerie und Ready-to-wear wird Wolford von externen Partnern und ausgewählten Lieferanten unterstützt. Dabei werden die Aufgaben rund um die Produktentwicklung in der Zentrale in Bregenz gebündelt.

Bei der Entwicklung einer neuen Kollektion arbeiten das Produktmanagement, das Designteam und die Produktentwicklung Hand in Hand. Das Produktmanagement analysiert Trends und welche Produkte am Markt gefragt sein werden – diese Erkenntnisse bilden die Arbeitsgrundlage für das Designteam. Aus der engen Zusammenarbeit zwischen Design und Produktentwicklung wiederum resultieren immer wieder neue Produkte, oft auf der Basis neuer Fertigungsmethoden wie dem 3D-Druck oder der inzwischen patentierten Klebetechnologie. Die weltweit erste geklebte Strumpfhose „Pure Tights“ ist ein Ergebnis dieses Zusammenspiels.

Im Produkt- und Warenmanagement geht es nicht zuletzt auch um die Bedarfsplanung der Retailflächen der eigenen Boutiquen und der von Wholesale-Kunden – hier wird festgelegt, welche Artikel in welchen Größen und Farben für welche Retailflächen produziert werden müssen. Auch der Warenfluss vom Lager auf die Fläche wird hier gesteuert.

In der Beschaffung dreht sich alles um die Materialien. Das Rohmaterial, vor allem Garne, sowie Vorprodukte oder zugekaufte Produkte für die Lingerie und die Ready-to-wear werden von langjährigen Partnern aus den Nachbarregionen in Österreich, Deutschland und der Schweiz bezogen, die den selben Qualitäts- und Innovationsanspruch an ihre Produkte haben wie Wolford. Teilweise kommen die Garne auch aus Japan, einem Land, das für seine innovativen Materialien bekannt ist. Alle Rohmaterialien werden in der Bregenzer Zentrale gelagert und dort für die Produktion und Konfektion vorbereitet.

Produziert wird am Standort Bregenz, der als textiles Entwicklungs- und Produktionszentrum dient, sowie in Murska Sobota (Slowenien), wo sich die größtenteils manuelle Konfektion mit 235 Mitarbeitern (FTE) befindet. In der Strickerei in Bregenz werden täglich rund 233 000 km Garn verarbeitet; auf rund 360 individuell umgebauten Strickmaschinen entstehen pro Tag circa 11 600 Strumpfhosen, 3 400 Strümpfe und 1 000 Bodys.

Die fertigen Produkte werden in drei Warenhäusern gelagert: im Zentrallager in Bregenz, das auch das Online-Business in Europa versorgt, sowie in zwei weiteren Lagern in den USA und China. Das Lager in den USA versorgt den amerikanischen Markt, das Lager in China den asiatischen Raum.